Hallo Leute
Eigentlich wollte ich ja, wie man das halt so macht, den Unterboden vor der Lackierung abkratzen. Die Versicherung die den Heckschaden bezahlen mußte, wollte aber den Fall endlich abschließen und hat mich da ziemlich unter Druck gesetzt. Trockeneisstrahlen wär ja eh viel besser und auch nach dem lackieren überhaupt kein Problem, hat es damals geheißen. Also erstrahlte der Unterboden nach wie vor in einem schönen, dick aufgetragenen, schmierigen schwarzgrau.
Zumindest die Schweller und die Radkästen wurden vor dem lackieren gestrahlt und mitlackiert.
Eigentlich hätte man da gleich den ganzen Boden strahlen sollen. Naja, war halt jetzt so!
Dann hab ich mich mal nach einem Betrieb für Trockenenteisung umgeschaut. Scheinbar ja alles kein Problem. Die Firma die mein Dach versaut hat, schied aus den bekannten Gründen von vornherein aus! Die zweite Firma hat es nach 5 Anfragen über das Kontaktformular auf der Homepage und etwa genau so vielen Nachrichten auf ihrem AB, bis heute nicht für nötig empfunden, sich zurückzumelden
Die dritte Firma hat von vorneherein gleich mal 1600€ aufgerufen, ohne zu wissen um was es überhaupt geht und die vierte Firma hatte eine Wartezeit von mindestens 8 Monaten!
Also wieder Plan A: abkratzen
Aller Anfang ist schwer
Auf den geraden Flächen ging‘s recht gut, an anderen Stellen nicht so besonders.
Die orginale Grundierung sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Muß ja nicht immer alles blank sein.
Halbzeit
Etwas schlechtere Stellen waren zum Beispiel die Wagenheberaufnahmen.
Dagegen waren die Sitzbefestigungen noch relativ einfach
Plötzlich war er da! Der Rost
...und noch einer...
Stellte sich die Frage, ob die Karosse wohl noch zu retten ist
Ne, im Ernst. Kleinere Roststellen hab ich mit der Drahtbürste blank gemacht, dann Fertan, dann mehrfach Owatrol in die Falze kriechen lassen und zum Schluß grundiert. Das waren übrigens die 2 größten "Rostlöcher"
Das hingegen ist keiner, sieht nur so aus
Nach dem abkratzen, die ganze Geschichte mal mit Verdünnung abgewaschen
Hier haben wohl die Schlauchschellen von der Spritleitung gescheuert
Im Anschluß nochmal mit Silikonentferner abgewaschen.
Das schwarze Zeug um die Halter scheint ne Orginalgrundierung zu sein.
Nicht nur sauber, sondern rein...
Federaufnahme mit Nummer
Deutsche Ingenieurskunst
Dann wurde es Zeit das ganze Packet mal zu verpacken
Der Teufel steckt im Detail
Für die Arbeiten am Unterboden wär ne Hebebühne vielleicht besser gewesen, aber Dank des unsichtbaren Dielens, kein Problem.
Das Geflügel nicht vergessen!
Als Unterbodenschutz hab ich mir das
Time-Max-Material ausgekuckt. Natürlich hab ich versucht mich vorher darüber zu informieren. Zum Time Max Fett gibt es jede Menge Tests, auch Langzeittests. Auf der Suche nach Erfahrungsberichten zum Unterbodenschutz bin ich hingegen immer wieder bei Time Max direkt rausgekommen. Da das aber natürlich nicht wirklich unabhänging ist, hab ich mal im Fahrzeuglackiererforum nachgefragt. Da bekam ich dann ähnlich qualifizierte Aussagen wie, Zitat Lack-Matze: "Das rotze ich dir mit anderen Produkten in 2 std. drauf und glaub mir, die halten auch länger als ein 1/2 jahr,,,
meiner Meinung nach, wollen die viel Kohle abgreifen für sachen die es schon lange gibt
außerdem Bezweifle ich deren Methoden von Langzeit tests ,den die werden mit sicherheit nicht Laborisch und wissenschaftlich ausgewertet sein
irgendeiner würd das bei sich drauftun und 1 jahr lang mit durch die gegend fahren und zum schluß heist es,,,schaut mal---es hält doch ." Zitat Ende
Nun gut, auf die Meinung von Dr. Lack-Matze will ich nicht näher eingehen.
Also Material bestellt!
Zuerst hab ich alle unzugänglichen Stellen mit dem Pinsel vorgestrichen.
Dabei stellte sich schon raus, das Material haftet bereits beim ersten Anstrich deckend auf allen Untergründen. 2-K-Epoxy, 1-K-Epoxy, alte Orginalgrundierung, Lackierte Flächen, Dichtmasse und sogar Owatrol. Alles kein Problem!
Solche Falze hab ich bis zu vier mal gestrichen, bis alles dicht war.
Da ist
keine Dichtmasse drunter!
Dann wurde es dunkel
Gespritzt hab ich das Material mit einer uralten Saugbecherpistole, unverdünnt, mit 1,5mm Düse und 4,5 bar Druck.
Dann wurde es wieder hell. Die zweite Schicht, zum besseren Kontrast, in grau.
Die abschließende Schicht wieder in schwarz. Mit dem Baustrahler in der Grube trotzdem recht schlecht zu unterscheiden. Wenn das Material noch naß ist glänzt das alles einfach in weiß. War nicht ganz ideal.
Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden.
Das Resultat nach einer Woche trocknen ist eine, vom Gefühl her, elastische glatte Schicht, die aber nicht klebrig wirkt.
Da mir niemand, außer TimeMax selber, von Langzeiterfahrungen berichten konnte, habe ich mir ein paar Testbleche mitlackiert. Diese werd ich im Geschäft in die Radkästen unseres Liefertransporters montieren. Der ist das ganze Jahr über, täglich zwischen 4 und 8 Stunden im Einsatz.
Ballastwassertanks sind ja recht und gut, aber Steinschläge wird es da wohl nicht geben. Da ich mein Auto aber im Winter sowieso nicht fahren werde, mach ich mir da jetzt nicht so die riesen Gedanken drum. Fazit zu dem Time Max Unterbodenschutz also: Gut zu verarbeiten, gutes Ergebnis. Das einzig Negative bis jetzt, wenn man so will, ist der Preis. Das komplette Material hat mit satten 333€ zu Buche geschlagen. Dafür hab ich aber durch die Handarbeit beim abkratzen 1600€ gespart
Zudem bin ich jetzt auch vor Steinschlägen und Rost geschützt.
P.S. Vielen Dank nochmals an den Sven für die Bilder-Lade-Funktion
Ohne diese wäre ein Beitrag mit so vielen Bildern nur schwer möglich.
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Kuck Dir den Dieter an, der hat sogar ein Auto!